Weihnachten - Gedanken

Weihnachten, das Fest der Liebe, Besinnlichkeit und Hoffnung, hat in unserer Gesellschaft einen festen Platz. Beim Gang durch die stimmungsvoll dekorierten Straßen, vorbei an glitzernden Schaufenstern und Adventmärkten, beschleicht mich jedoch manchmal ein Gefühl, das mich nachdenklich stimmt. Ich denke an den Ursprung des Weihnachtsfestes, an die christlichen Wurzeln, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich denke an die Geburt Jesu, an die Bedeutung, die dieses Kind in der Krippe für mich hat.

Es fallen mir Begriffe ein wie Hoffnung auf Erlösung, Verbindung zwischen Menschlichkeit und göttlicher Liebe, Nächstenliebe, Achtsamkeit, Frieden, Bereitschaft zur Verantwortung ... Werte, die nicht nur im Christentum zu finden sind, sondern in allen Glaubensrichtungen. Es sind Werte, die ein friedvolles Miteinander ermöglichen. Das Weihnachtsfest ladet ein, unsere Werte zu erkennen und zu benennen. Wenn ich meine Werte weiß, kann ich sie auch leben, kann mich entscheiden, wie ich handle, was ich sage, was ich tue. Jeden Tag im Jahr. Ich erinnere mich an einen Text, der hieß „Suche Weihnachten in dir - 365 Tage im Jahr.“

Es ist schwer, in unserer Zeit des Konsumdenkens, der Werbung und Manipulation, der Reizüberflutung und Hektik innezuhalten, Abstand zu nehmen von dem raschen Treiben um uns herum, still zu werden. Stille Nacht - das Lied, das weltweit gesungen wird, kommt mir in den Sinn. Ich frage mich, wie es gelingt, still zu werden. Ob es am 24. Dezember einen Augenblick des Innehaltens gibt - weltweit? Ob wir gemeinsam diese Stille Nacht feiern werden?

Vor mir entsteht ein Bild der Ruhe, der Herzensworte zu meinen Mitmenschen, den Menschen, die um mich leben. Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Ein Wort, das von Herzen kommt, macht dich drei Winter warm“. Ich lächle und freue mich darauf, jemandem in meinem Umfeld ein Wort des Herzens zu schenken.

In diesem Sinne wünsche ich frohe und friedvolle Weihnachten und den Mut, Worte des Herzens zu schenken.

Petra Riess