Eine kleine Weihnachtsgeschichte

Es war eine stille Nacht, als eine ältere Dame durch die verschneiten Straßen von Wien schlenderte. Die Lichter der Weihnachtsdekorationen glitzerten sanft im Schein des Mondes. Die Straßen waren mit festlich geschmückten Bäumen gesäumt, die Auslagen der Geschäfte waren liebevoll dekoriert.

Die Dame hatte vieles in ihrem Leben durchgemacht wodurch sie hart geworden war. Weihnachten war für sie ein Tag wie jeder andere, denn sie war alleine. Als sie bei ihrem Spaziergang an einer kleinen Kirche vorbeikam, wurde sie plötzlich von einer besonderen Atmosphäre angezogen. Der Haupteingang der Kirche war mit Tannenzweigen geschmückt und mit roten Bändern verziert. Neugierig betrat sie die Kirche und fand vor dem Altar eine zauberhafte Weihnachtskrippe. Die Szene schien lebendig und faszinierte die Dame augenblicklich. Maria kniet neben der Krippe mit dem Jesuskind und Josef steht mit seiner Hand am Herzen daneben. Umringt werden die drei von Hirten mit ihren Schafen und hinten wachen eine Kuh und ein Esel über die, in goldenes Licht getauchte, Szenerie. Zwei Engel verkünden die frohe Botschaft und die heiligen drei Könige bringen ihre Gaben.

Die einzelnen Figuren waren so liebevoll und detailiert gestaltet, sodass eine eigene, kleine Welt entstand, in der die Weihnachtsgeschichte zum Leben erweckt wurde.

Die finstere Mine der alten Dame vorzog sich und seit langer Zeit lächelte sie wieder. Plötzlich konnte sie wieder Freude und Hoffnung spüren. Sie verweilte noch einige Zeit, um auch wirklich jedes Details zu entdecken. Die Welt draußen schien für einen Moment still zu stehen.

Als sie die Kirche verließ, hatte sich etwas verändert. Der Schnee schien leuchtender und die Lichter strahlten heller. Die Weihnachtskrippe hatte nicht nur eine Geschichte erzählt, sondern auch den Zauber von Liebe, Frieden und Hoffnung gebracht, der die wahre Bedeutung von Weihnachten verkörpert.

Ich wünsche euch alle eine gesegnete Weihnacht!

Petra Riess
Wiener Weihnachtsmärkte

Im Advent liegt ein besonderer Zauber in der Luft. Dieser ist speziell auf den vielen Weihnachtsmärkten in unserem schönen Wien zu spüren. Die Weihnachtsmärkte haben eine beinahe magische Atmosphäre und können auf eine lange Geschichte zurückblicken. 

Wir können mit Stolz behaupten, dass die Geschichte des Weihnachtsmarktes tatsächlich bei uns in Wien ihren Anfang nahm. Und zwar bereits im 13. Jahrhundert, um genau zu sein im Jahr 1298, als der erste Weihnachtsmarkt urkundlich erwähnt wurde. Dieser Markt wurde gemeinhin „Decembermarkt“ genannt und fand auf dem heutigen Platz vor der Freyung statt. Schon damals bot der Markt den Wienern die Möglichkeit, vor dem Fest lokale Produkte zu erwerben. 

Im 18. Jahrhundert erlebten die Wiener Weihnachtsmärkte einen Aufschwung, als sie zu festen Institutionen wurden und mehrere Wochen dauerten. Die Märkte wurden zum Treffpunkt für die Gemeinschaft, die sich in festlicher Atmosphäre auf das bevorstehende Weihnachtsfest einstimmte.

Im 19. Jahrhundert prägte die Ära von Kaiser Franz Joseph die Weihnachtsmärkte in Wien. Der traditionelle Christkindlmarkt wurde auf den Stephansplatz verlegt und es wurden Marktstände rund um den Dom aufgestellt, an denen weihnachtliche Spezialitäten wie Lebkuchen und Christbaumschmuck angeboten wurden.

Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebten die Weihnachtsmärkte in Wien eine Renaissance und neue Standorte wie der Christkindlmarkt am Rathausplatz wurden populär. Heute sind die Wiener Weihnachtsmärkte weltweit für ihre traditionelle Atmosphäre, hochwertige Handwerksprodukte und kulinarischen Köstlichkeiten bekannt.

 Ein besonderes Highlight für mich ist jedes Jahr der kunstvoll geschmückte Weihnachtsbaum am Rathausplatz, der mich immer ein wenig in meine Kindheit zurückversetzt und die festliche Stimmung perfekt ergänzt. 

Auch bei uns im Siebenten haben wir einen besonders schönen Weihnachtsmarkt. Der Spittelberg gleicht in der Vorweihnachtszeit einem Spaziergang durch ein lebendiges, winterliches Dorf mitten in der Stadt. Es ist stets eine besondere Freude, hier mit Freunden zusammenzustehen, umgeben von funkelnden Lichtern und dem Duft von Glühwein und gebrannten Mandeln in der Nase. 

Die Weihnachtsmärkte in Wien sind nicht nur Orte des Einkaufens, sondern auch eine Quelle der Inspiration und des gemeinsamen Feierns. Eine zauberhafte Tradition in Wien und ich wünsche euch allen, dass ihr Zeit findet, in dieses Gefühl einzutauchen.

Petra Riess
Unsere Kenyongasse

Inmitten der historischen Pracht Wiens, in unserem schönen 7. Bezirk, verläuft die Kenyongasse, die auf den ersten Blick vielleicht nicht viel Aufsehen erregt. Doch diese Gasse, benannt nach einer Frau, nämlich Eugenie Sophie Gräfin Kenyon-Turovsky, birgt eine faszinierende Geschichte, die ich euch in diesem Blog gerne etwas näher bringen möchte.

Die Namensgeberin war eine Frau die im Laufe ihres Lebens zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten Wiens wurde. 1806 in unserer Hauptstadt geboren öffnete ihr die enge Verbindung ihrer Familie zum kaiserlichen Hof Türen, die für Frauen dieser Zeit oft verschlossen blieben. 

Gräfin Eugenie Kenyon nutzte ihre einflussreiche Stellung, um sich für soziale Reformen und wohltätige Zwecke einzusetzen. Sie war eine der ersten Frauen in Wien, die sich aktiv für Bildung und Gleichberechtigung einsetzten. Ihre Bemühungen halfen dabei, die Bildungschancen für Frauen in der Stadt zu erweitern und trugen zur Gründung von Bildungseinrichtungen bei, die bis heute Bestand haben. Sie wendete einen Großteil ihres Vermögens für die Gründung des Sophienspitals, welches gleich direkt an der Kenyongasse angrenzt. In diesem Gebäude fanden viele Waisenkinder eine Unterkunft und eine Ausbildung.

Die Benennung der Kenyongasse nach Gräfin Kenyon ist nicht nur eine Hommage an eine bemerkenswerte Frau, sondern auch eine Erinnerung an die Veränderungen, die Wien im Laufe der Jahrhunderte durchlaufen hat. 

Abschließend möchte ich euch gerne noch ein wenig über die Geschichte der Kenyongasse erzählen. Ursprünglich war sie ein Teil des jüdischen Viertels von Wien und war geprägt von lebhaften Märkten und Geschäften. Im Laufe der Zeit wandelte sich die Gasse, als sich die Umgebung veränderte und die jüdische Bevölkerung in andere Teile der Stadt zog.

Heute ist die Kenyongasse eine charmante, von Bäumen gesäumte Straße, die von historischen Gebäuden flankiert wird. Sie steht für lebendige Vielfalt und kulturellen Reichtum, die Wien auszeichnen. Hier befindet sich auch eine der größten, privaten Bildungseinrichtungen in Wien – der Bildungscampus Mater Salvatoris. Diese Schule wurde vor ca. 150 Jahren durch den Orden der Schwestern vom Göttlichen Erlöser gegründet. Bis in die 1980er Jahre war die Bildungsanstalt nur für Mädchen. Auch ich bin hier zur Schule gegangen, eine wunderbare Zeit!

Ein Erbe, das weiterlebt

Wenn Sie das nächste Mal durch die Kenyongasse schlendern, denken Sie doch einmal an die Gräfin und daran, dass unsere Stadt nicht nur von ihrer prächtigen Architektur und ihrer kaiserlichen Geschichte geprägt ist, sondern auch von den Menschen, die sie geformt haben.

Petra Riess
Von Bäumen, Bänken & Hunden!

Es ist in jeder Stadt ein großes Thema - die aufeinanderprallenden Meinungen zum Thema ‚Pinkeln der Hunde‘. Wir haben zum einen die Hundebesitzer, die in der Stadt über jedes Fleckchen Grün dankbar sind.Denn das ist für eine Hundenase essenziell und viele Hunde können ihr Geschäft nur auf Wiesen oder an Bäumen verrichten. Zum anderen gibt es die Menschen, die sich teilweise zu Recht darüber beschweren, denn Hundeurin kann, vorallem in größeren Mengen, besonders für Bäume schädlich sein.

Wie viele von euch wissen, bin ich selbt Hundebesitzerin und bin somit des Öfteren mit diesem Thema konfrontiert. Wenn ich mit meinem Dackel Theo in der Stadt spazieren gehe, sind negative Äußerungen und sogar Beschimpfungen, wie  “Schleichen sie sich mit dem Köter oder lassen sie ihn g‘fälligst woanders pinkeln“, leider keine Seltenheit. Meinem Dackel zu erklären, dass er das nicht darf, ist eine Herausforderung.

Gerade bei uns am Neubau gibt es viele alte Bäume und der Erhalt dieser ist mir ein großes Anliegen. Die Bäume wandeln nicht nur CO2 in Sauerstoff um, sondern spenden dazu noch Schatten. Deshalb müssen diese Bäume unbedingt geschützt werden und so gilt es Lösungen zu finden, die alle zufriedenstellen. Einmal erwähnte ich bereits in meinem Blog die Hundepinkelsteine – leider wurde dies von den Grünen abgelehnt. Aber ich bleibe dran!

Eine weitere Lösung wäre, Bänke rund um die Bäume zu errichten. Eine solche natürliche Barriere würde die Hunde davon abhalten, diese direkt anzupinkeln und sie würden ganz automatisch einen anderen Platz für ihre Notdurft finden. So werden die Bäume geschützt und die Bedürfnisse der Hunde auf natürliche Weise gestillt.

Es gibt einige Stadtmöblierungen, die nicht nur schön aussehen, sondern zuätzlich den Bedarf nach schattigen Sitz- und Liegegelegenheiten im Öffentlichen Raum erfüllen. Wir werden hierzu in der nächsten Bezirksvertretung einen Antrag einbringen.

Weitere Vorschläge im Sinne von Baum, Hund und Bewohner*innen sind herzlich willkommen!

Petra Riess
Vally Wieselthier Park

Ich hatte ihnen/euch ja bereits in den letzten Monaten einige Frauen vorgestellt, die in unseren Bezirk ihre Spuren hinterlassen haben. Es gibt noch viele weitere und so möchte ich heute gerne wieder eine inspirierende Namensgeberin, die bei uns am Neubau eine wichtige Rolle gespielt hat vorstellen. Es handelt sich um Vally Wieselthier, eine jüdische Künstlerin, die durch eine Initiative unserer ÖVP Neubau, im Jahr 2021 mit einem Park gewürdigt wurde. Der Vally Wieseltheir Park liegt mitten im Herzen unseres schönen Neubaus nämlich am Spittelberg gegenüber der Volksschule Stiftgasse. Der Platz könnte nicht geeigneter sein, denn wie weithin bekannt, ist der Spittelberg mit seinem historischen Gebäudebestand ein wichtiger Teil des Künstlerviertels am Neubau und die gemütlichen Atmosphäre inspiriert vielleicht sogar die eine oder andere selbst kreativ zu werden. Und Kreativität ist stets etwas Schönes.

Geboren wurde Vally im Jahre 1895 in Wien, als Tochter des jüdischen k.u.k. Hofadvokaten Wilhelm Wieselthier und seiner Frau Rosa. Sie war eine resolute Frau, die im zarten Alter von 17 Jahren darauf bestand „nie heiraten zu müssen“. Schon früh setzte sie ihre künstlerischen Ambitionen gegen den Willen ihrer Familie durch und besuchte die Kunstschule für Mädchen und Frauen welches zu dieser Zeit eine Seltenheit war. Sie wurde die Lieblingsschülerin von Josef Hoffmann und Koloman Moser.

Vally Wieselthier betrieb von 1922 bis 1927 eine eigene Keramikwerkstätte und arbeitete mit der Porzellanmanufaktur Augarten und anderen namhaften Unternehmen wie Goldscheider, Lobmeyr oder Gmundner Keramik zusammen. Seit 1927 war Vally Wieselthier die künstlerische Leiterin der Keramikabteilung der Wiener Werkstätte, welche sich in der Neustiftgasse 32 am Neubau  befand.

Ihre expressiven und humoristischen Porzellanfiguren gelten als typische Beispiele des Art-Déco-Stils. Vally Wieselthier entdeckte im Rahmen einer internationalen Exibition den amerikanischen Markt für sich und zog wenig später nach Chicago. In den USA eröffnete sie ihr eigenes Atelier und erlangte grosse Berühmtheit. Ihre Arbeiten nahmen wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der amerikanischen Keramikproduktion. Seit 1933 arbeitete sie als Designerin für die Contemporary Group und die Sebring Pottery Company in Chicago. Vally Wieselthier verstarb am 1. September 1945 in New York.

Vally Wieselthier wurde fast vergessen, doch nun ist großes Interesse für sie erwacht, in vielen Museen in Wien kann man ihre Werke bewundern, sowie im Leopoldmuseum, welches sich auch im 7. Bezirk befindet!

Bild: Paar in Liebe um 1920, Vally Wieselthier, Wiener Werkstätte

Petra Riess
Das kleinste Haus von Wien

Heute möchte ich gerne eine der vielen schönen Geschichten mit euch teilen, von denen es in unserem einzigartigen Wien so viele gibt. Ich bin stolz darauf, dass es in der heutigen Geschichte um ein besonderes Bauwerk bei uns am Neubau geht, und zwar um das ‚Kleinste Haus Wiens‘. Bin gespannt wie viele von euch es kennen. Ich kenne es bereits seit meiner Kindheit und immer wenn ich mit der Buslinie 48A oder mit der Straßenbahnlinie 49 an der Burggasse vorbeifahre, erinnere ich mich an  die Worte meiner Oma:  “Schau Christina, dieses grüne schmale Haus ist das  kleinste Haus Wiens“. Das Haus hat gerade mal 14 Quadratmeter Grundfläche, welches dem Charme des Gebäudes aber nur zugutekommt. Viele von euch sind bestimmt schon des Öfteren daran vorbeigekommen, für alle die es gerne mal anschauen wollen, es liegt hinter dem Museums Quartier an der Ecke Burggasse/Breite Gasse.

Erbaut wurde es 1872 vom Architekten Josef Durst. Die grüne Fassade wird von einer überdimensionalen Taschenuhr geziert da dieses Haus eine lange Geschichte an Uhrmachern beherbergte. Genau 100 Jahre nach Erbauung übernahm Friedrich Schmollgruber 1972, selbst Uhrmacher und Juwelier, das Geschäft. Friedrich Schmollgruber verstarb 2022 und heute führen drei seiner Kinder in zweiter Generation das Unternehmen. Heute kann man in dem Haus im Erdgeschoss Uhren kaufen und reparieren lassen.

Unter Wienkennern, die ihre Streifzüge durch das alte Wien lieben, gilt dieses Haus als besonderes Kleinod. Auch Touristen kommen gerne vorbei, da auf das Haus in vielen Kulturführern aufmerksam gemacht wird.

Bleibt doch einfach das nächste Mal kurz vor dem Haus stehen, schaut es euch in Ruhe an, und lasst die Geschichte dahinter wirken.

Petra Riess
Jenny-Steiner-Weg am Neubau

Wie in meinem letzten Blog versprochen, geht es auch heute wieder um eine inspirierende Namensgeberin, die bei uns am Neubau ihre Spuren hinterlassen hat. Diesmal handelt es sich um Jenny Steiner, eine jüdischen Unternehmerin und Kunstsammlerin, die 2009 mit ihrem eigenen Weg gewürdigt wurde. Der Jenny-Steiner-Weg liegt an der Straßenecke Seidengasse/Hermanngasse/Ahornergasse und befindet sich somit mitten im Herzen unseres schönen Neubaus.

Jenny Steiner wurde 1863 geboren und heiratete den erfolgreichen Seidenfabrikanten Wilhelm Steiner mit dem sie fünf Kinder bekam. Nach dem frühen Tod ihres Mannes führte sie gemeinsam mit ihrem Neffen die familieneigene Manufaktur weiter. Am Neubau, vorallem in dem Gebiet rund um die Schottenfeldgasse, gab es Anfang des 20ten Jahrhunderts zahlreiche Handwerksbetriebe. Vieler dieser Firmen erzeugten Samt und Seide und die Stoffe der Fabrik Steiner waren aufgrund der hohen Qualität sehr berühmt. Der errungenen Wohlstandes vieler Fabrikseigentümer führte dazu, dass dieser Teil unseres Bezirkes bis heute als Brillantengrund bezeichnet wird. Jenny Steiner war sich ihrer sozialen Verpflichtung sehr bewusst und nützte ihren Wohlstand unter anderem dafür, ihren MitarbeiterInnen Werkswohnungen zu finanzieren.

Privat war Jenny Steiner von Anfang an sehr an Kunst interessiert und war nicht nur Förderin, sondern vergrößerte stetig ihre bemerkenswerte Kunstsammlung. Sie gab viele Arbeiten bei Gustav Klimt und auch bei Egon Schiele in Auftrag - ein paar ihrer Bilder sind heute im Besitz der Österreichischen Galerie Belvedere und des Leopold Museums.

Tragischerweise ist der Großteil ihrer Sammlung verschwunden, denn ihr Leben fand zu Beginn des zweiten Weltkrieges eine plötzliche Wende. Als Jüdin musste sie fliehen und all ihr Vermögen sowie ihre Kunstwerke wurden gepfändet und von den Nationalsozialisten veräußert. Ihre Flucht führte sie zu Beginn nach Paris, später nach Portugal und endete schließlich in den USA. Nach Ende des Krieges konnten nur ein paar wenige Kunstschätze wiedergefunden werden. Darunter zum Beispiel Klimts  „Porträt der Mäda Primavesi“, welches nach der Restitution von der Familie an das Metropolitan Museum of Art in New York  gestiftet wurde.

Jenny Steiner verstarb 95-jährig in New York und wurde auf ihren Wunsch, trotz der Vertreibung aus ihrer Heimatstadt Wien, am Zentralfriedhof beerdigt.

Der Jenny-Steiner-Weg wurde auf Bezirksebene in der Kulturkommission beschlossen, dieses Ansinnen der Grünen wurde von uns, der ÖVP unterstützt.

Petra Riess
Ceija-Stojka-Platz am Neubau

Bei uns am Neubau gibt es viele Plätze und Straßen deren Namenspatroninnen starke, mutige und einflussreiche Frauen waren. Ich möchte euch in der nächsten Zeit einige davon vorstellen und mit Ceija-Stojka beginnen. Der nach ihr benannte Platz befindet sich bei der Lerchenfelder Straße vor der wunderbaren Altlerchenfelder Kirche, wo jeden Freitag auch der Lerchenfelder Bauernmarkt stattfindet.

Ceija Stojka (1933-2013) war einer Künstlerin und Schriftstellerin, die in Kraubath an der Mur geboren wurde und nach einem ereignisreichen Leben in Wien gestorben ist. Als Romni geboren grenzte es beinahe an ein Wunder, dass sie drei nationalsozialistische Konzentrationslager in der Zeit von 1941 bis 1945 überlebte. Aus ihrer Großfamilie überlebten nur sechs weitere Personen den Krieg. Nach Ende des Krieges ließ sie sich in Wien nieder.
Sie besuchte als katholische Romni sehr oft die Lerchenfelder Kirche und war von den Bibelgeschichten fasziniert. Ende der Achtziger erschien Ceija Stoijkas erstes Buch ‚Wir leben im Verborgenen` , in dem sie auf das Schicksal ihres Volkes in den Konzentrationslagern aufmerksam machte. Weitere Veröffentlichungen folgten. Die Malerei entdeckte Ceija Stoijka bei einer Japan-Reise für sich und verlieh fortan ihren Erinnerungen und Erlebnissen auf diese Weise Ausdruck. Ihr Schaffen wurde mit zahlreichen Auszeichnungen, wie dem Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch (1993), dem Goldenen Verdienstkreuz des Landes Wien (2001), der Humanitätsmedaille der Stadt Linz (2004), dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich (2005) und dem Fernsehpreis der Erwachsenenbildung (2006) bedacht.
Am 12. September 2014 wurde der Platz mit der Namenstafel des Ceija-Stojka-Platzes enthüllt. Der große, begrünte Platz, in dessen Mitte sich ein Wasserspiel befindet, soll an eine Frau erinnern, die selbst lange am Neubau lebte und arbeitete und sich unermüdlich dafür einsetzte, die Verfolgungsgeschichte der Roma und Sinti im Nationalsozialismus zu thematisieren.

Wenn ich am Abend an diesen Platz komme, der in der Abendsonne beinahe funkelt und die wunderschönen Altlerchenfelder Kirche ihren Schatten wirft, bin ich jedes Mal ergriffen in Gedanken an den unglaublichen Mut dieser bemerkenswerten Frau.

Foto von Manfred Werner - Wikipedia

Petra Riess
Fastenzeit - 40 Tage Verzicht?

Mit dem Aschermittwoch beginnt im Christentum die vierzigtägige Fastenzeit, die mit dem Gründonnerstag endet. Diese 40 Tage vorösterliche Bußzeit werden als Vorbereitung auf das wichtigste Fest der Christen gesehen. Eigentlich sind es 46 Tage, aber die Sonntage zählen nicht dazu, da der Sonntag als Erinnerung an die Auferstehung Jesu ein Tag der Freude sein soll.
Meine Großeltern und Eltern haben die Fastenzeit sehr streng gehalten und traditionell auf Essen, insbesondere Fleisch und Alkohol verzichtet. Heutzutage könnte auch über Dinge wie den Verzicht auf Soziale Medien, das Rauchen oder sonstige Laster wie z.B. Süßigkeiten nachgedacht werden.

Ich persönlich faste in dieser Zeit auch gerne und stecke mir jedes Jahr ein passendes Ziel. In unserer heutigen Gesellschaft, so denke ich, ist Fasten jedoch kein großes Thema mehr. Was hat es mit dem Verzicht auf sich? Warum soll ich Fasten? Was bringt es mir persönlich? Ist Fasten nur etwas für Gläubige?

All diese Fragen muss natürlich jeder für sich selbst beantworten.

Meiner Meinung nach hat der zeitgebundene Verzicht etwas sehr Reinigendes. Denn alter Muster aufzubrechen, Zwänge, die das Leben beeinträchtigen, zu kontrollieren ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit wieder einmal hinzusehen. Hinzusehen wo man steht, was wichtig ist und wo vielleicht etwas zum Vorteil verändert werden kann.

Dr. Otto Buchinger hat hierzu einen schönen Satz formuliert: „Ein Mensch der fastet und in dieser Zeit der höchsten Ansprechbarkeit auf Feinreize sich die Möglichkeit der heilenden inneren Wendung entgehen lässt, beraubt sich unter Umständen der größten Chance seines Lebens”

Wie auch immer ihr es haltet, ich wünsche eine schöne Zeit und hoffe, falls gefastet wird, dass alle Ziele erreicht werden und viel Durchhaltevermögen.

Petra Riess
Sport und Bewegung am Neubau!

Der Winter hat nun endlich auch in unsere schöne Stadt Einzug gehalten. Schneebedeckte Parkanlagen und die nötige Kälte auch in Wien - herrlich. Wenn ich jetzt durch meinen Bezirk Neubau spaziere fällt mir auf, dass es keine Möglichkeit für Wintersport gibt. Natürlich ist es mitten in der Stadt schwer umsetzbar zu Rodeln oder gar Schi zu fahren, aber Eislaufen war immer schon eine gut umsetzbare Alternative.

Mit Freude kann ich an dieser Stelle mitteilen, dass wir, die ÖVP Neubau, bereits einen Antrag gestellt haben, dass die Stadt Wien eine Eislauffläche in einer unserer Parkanlagen errichten möge. Dieser Antrag ist auch bereits der Umweltkommission vorgelegt worden.

Habt ihr gewusst, dass es in der Neustiftgasse bis in die 30er Jahre einen Eislaufplatz gab? Es wäre doch wundervoll diese sportliche Möglichkeit wieder aufleben zu lassen und in einer unserer Parkanlagen am Neubau zu diesem Zweck einen temporären Eislaufplatz zu errichten.

Neue Technologien ermöglichen die Einrichtung eines Eislaufplatzes ohne exorbitanten Strom- und Wasserverbrauches. Denn durch die Verlegung einer Kunststoffeisbahn werden keine Kühlaggregate zur Herstellung von herkömmlichen Eis benötigt. Diese ökologische Alternative eignet sich hervorragend zum Eisaufen und wird bereits weltweit genutzt. Dank der Kunststoffplatten können Schlittschuhfans sogar wetter- und temperaturunabhängig über das glatte Parkett flitzen.

Im Februar 2022 wurde diese Idee bereits vom 5. Bezirk aufgegriffen und am Bacherplatz realisiert. In der Kommission sollen nun die Voraussetzungen geprüft bzw. die Erfahrungswerte aus Margareten eingeholt werden, damit in der Wintersaison 2023/2024 ein Eislaufplatz auch am Neubau umgesetzt werden kann.

Ich wünsche mir einen Eislaufplatz für unsere Kinder und Jugendlichen, die mir bei verschiedensten Begegsqunungen immer wieder erzählen, wie gerne sie doch diese Möglichkeit in einer unserer Parkanlagen hätten. Denn was gibt es Schöneres als in Bewegung zu bleiben und dabei auch noch Spaß und Freude zu haben.

Petra Riess